Der Körper als Natur „Warum wir aus dem gleichen Stoff sind“

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Körper und Natur sind kein Vergleich –> sie sind dasselbe. Wenn man sich die Bilder in diesem Artikel anschaut, sieht man plötzlich, was wir im Alltag vergessen: Unser Körper ist keine Ausnahme der Natur. Er ist Natur. Nicht sinngemäß. Wörtlich.


Körper und Natur –> Erde und Zelle: derselbe Bauplan in zwei Maßstäben

Links die Erde, ein lebendes Ökosystem mit Kern, Mantel und Atmosphäre. Rechts eine menschliche Zelle, mit Zellkern, Membran und Plasma. Beide sind geschlossene Systeme mit einer semipermeablen Hülle, beide tauschen Energie, Wasser und Informationen aus  und beide sterben, wenn der Fluss gestört ist.

Wissenschaftlich gesehen besitzen Mitochondrien und Chloroplasten eine identische energetische Funktionsweise: Beides sind ATP-produzierende Systeme. Unsere DNA ist in ihrer Basenstruktur identisch mit der molekularen Logik jedes Lebewesens auf diesem Planeten. Die Unterschiede bestehen nur in der Reihenfolge –> im Rhythmus der Sequenz, nicht im Material. Die Erde denkt in Kontinenten, der Körper in Zellen, aber beide sprechen dieselbe Sprache: Biochemie.


Koralle und Knochen –> dieselbe Architektur des Lebens

Ein Korallenstück und ein Schnitt durch menschliche Spongiosa folgen exakt denselben Gesetzmäßigkeiten der Statik und Diffusion: maximale Stabilität bei minimalem Materialeinsatz, Kapillarstrukturen zur Versorgung, Netzarchitektur für Elastizität. Studien zeigen, dass die Topologie von Knochen der mathematischen Fraktalstruktur von Korallen entspricht (vgl. Huiskes, Journal of Biomechanics, 2000). Beide wachsen nach denselben mechanobiologischen Prinzipien. Die Natur hat beim Knochen einfach das Korallenmodell genommen und es wärmer und beweglicher gemacht.


Wurzeln und Blutgefäße –> der gleiche Fluss des Lebens

Baumwurzeln und das menschliche Gefäßsystem verzweigen sich beide nach dem Murray-Gesetz. Einer Naturkonstante, nach der alle Transportstrukturen so verzweigen, dass der Energieaufwand minimal bleibt. Wurzeln leiten Nährstoffe aus dem Boden in den Stamm, Arterien transportieren Nährstoffe vom Herzen in den Körper. Ein Baum atmet durch seine Blätter, wir atmen durch unsere Lungenblätter. Biologisch gesehen sind wir beide atmende Ökosysteme. Der Unterschied besteht nur darin, dass wir spazieren gehen.


Walnuss und Gehirn –> dieselbe Intelligenzform

Eine Walnuss und das menschliche Gehirn sind beide Faltwerke für Rechenleistung. Die Faltung vergrößert die Oberfläche –> mehr Kontakt, mehr Kommunikation, mehr Intelligenz. Eine Walnuss enthält dieselbe Fettsäurezusammensetzung (Omega-3, DHA, Linolsäure), die unser Gehirn für elektrische Stabilität braucht. Studien zeigen, dass Walnüsse direkt die Membranfluidität von Neuronen verbessern (Yehuda et al., Journal of Nutrition, 2005).


Was Körper und Natur voneinander trennt und was nicht

Bis hierhin sind wir reine Biologie: Zellkerne, Mineralien, Netzwerke, Fließsysteme –> alles identisch mit der Natur. Unsere DNA teilt über 60 % Sequenzähnlichkeit mit Pflanzen, über 90 % mit Säugetieren und zu 98,8 % mit Primaten (Zhao et al., Nature, 2022). Das Einzige, was uns unterscheidet: Wir wissen es. Wir sind das einzige Lebewesen, das über sich selbst nachdenken kann.

Einen wissenschaftlichen Überblick zur DNA-Verwandtschaft des Menschen mit anderen Lebewesen bietet das Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie.

Gesundheit bedeutet daher nicht, naturnahe zu leben. Gesundheit bedeutet, Natur zu sein. Das wissenschaftliche Hintergrundwissen dazu findest du in der LOR Akademie. Die passende Umsetzung für deinen Alltag findest du im Bereich Touch to Go.

Weiter lesen: Darm als Boden – Der Boden entscheidet | Bewusstsein – Wenn Wissen zum Lebensstil wird

Hinweis: Dieser Artikel ordnet veröffentlichte Forschung und Fachquellen ein. Er ersetzt keine individuelle medizinische Diagnostik oder Therapieentscheidung.

 

Autorin: Janine Bertram M.Sc.,M.Sc
Zahnärztin | Gründerin von LOR
Biomimetische Mundbiologie, Regulation & Prävention