Das Bewusstsein und der Große Körper

Du betrachtest gerade Das Bewusstsein und der Große Körper

Das Bewusstsein und der Große Körper

Bewusstsein und Körper sind zwei unterschiedliche Instanzen  und genau dieses Verständnis ist der Schlüssel zu allem, was wir bei LOR tun. Wenn wir uns den Menschen anschauen, sehen wir oft zuerst das Bewusstsein: Denken, Planen, Entscheiden, Bewerten. Wir haben gelernt, uns mit diesem Teil stark zu identifizieren. Dabei wird leicht übersehen, dass unter diesem bewussten Anteil ein hochkomplexes biologisches System lebt –> der große Körper.


Bewusstsein und Körper –> zwei Instanzen, ein System

Dieser große Körper funktioniert nicht erst, seit wir ihn bewusst steuern. Er funktioniert seit unserer Geburt. Herzschlag, Atmung, Verdauung, Immunreaktionen, Zellregeneration. All das geschieht ohne bewusste Anweisung, nach denselben Naturgesetzen wie in jedem anderen lebenden System.

Ein Baum wächst, solange die äußeren Bedingungen stimmen. Er weiß, wann er Wasser aufnimmt, wann er Nährstoffe speichert, wann er zurückgeht und wann er neu austreibt. Dafür braucht er kein übergeordnetes Bewusstsein. Seine Regulation folgt der Naturlogik: Reiz → Antwort → Anpassung. Genauso funktioniert auch der menschliche Körper, solange das Bewusstsein ihn lässt.

Moderne Neurobiologie zeigt, dass viele Entscheidungen beim Menschen unbewusst im Nervensystem vorbereitet werden, lange bevor ein bewusster Gedanke entsteht (vgl. Antonio Damasio, Joseph LeDoux). Einen fundierten Überblick dazu bietet das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.


Der Gärtner und der Baum, welche Rolle spielt das Bewusstsein?

Wenn wir unseren Körper wie einen Baum betrachten, dann ist das Bewusstsein nicht der Baum selbst, sondern der Gärtner. Ein achtsamer Gärtner beobachtet, passt Bedingungen an und vertraut der natürlichen Selbstregulation. Ein übersteuernder Gärtner hingegen greift ständig ein –> oft mit guten Absichten, aber ungünstigen Folgen.

Der große Körper sendet kontinuierlich Signale: Müdigkeit, Hunger, Spannung, Unruhe, Rückzugsbedarf. Werden diese Signale gehört, bleibt das System stabil. Werden sie dauerhaft übergangen, beginnt der Körper lauter zu sprechen –> nicht mit Worten, sondern mit Symptomen. Genau an dieser Stelle entstehen viele moderne Beschwerden: nicht weil der Körper versagt, sondern weil seine Signale nicht mehr übersetzt werden.

In der LOR Akademie beschäftigen wir uns genau mit dieser Schnittstelle: Wie Naturgesetze im Körper wirken, wie biochemische Prozesse unser Erleben prägen  und wie wir lernen, das Bewusstsein wieder als unterstützende Instanz zu nutzen, nicht als Gegenspieler. Die passende Umsetzung für deinen Alltag findest du im Bereich Touch to Go.

Weiter lesen: Körper und Natur – Warum wir aus dem gleichen Stoff sind | Bewusstsein – Wenn Wissen zum Lebensstil wird


Kapitel 2 – Lorchens Sprache


Der kleine Diktator und der große Körper

Da oben, zwischen den beiden Ohren, sitzt ein kleiner Diktator.

Sein Name ist Lorchen. Er trägt gern Anzug, hat ständig einen Plan  und ist fest überzeugt, dass ohne ihn gar nichts läuft. Er denkt. Und denkt. Und denkt. Und er ist sicher: Wenn er nur lang genug nachdenkt, wird sich das Leben schon fügen.

Was Lorchen dabei vergisst? Unter ihm lebt ein ganzer Kontinent.

Ein Land aus Milliarden von Zellen, die Tag und Nacht miteinander sprechen. Dieser große Körper funktioniert perfekt – seit dem ersten Herzschlag, lange bevor Lorchen überhaupt das erste Wort gedacht hat. Und doch glaubt der kleine Diktator da oben, er müsse alles lenken. Die Sorgen. Die Zukunft. Die Ernährung. Die Meinung anderer.

Er merkt nicht, wie er dabei das Gleichgewicht verliert. Wie er das Atmen vergisst. Den Bauch überhört. Den Puls ignoriert. Die Müdigkeit wegdenkt.

Doch irgendwann wird der Körper laut.

Nicht mit Worten, sondern mit Symptomen.

Dann beginnt das, was wir Krankheit nennen. In Wahrheit ist es oft nur ein Hilferuf von unten: „Bitte, erinnere dich. Ich weiß, wie Leben geht.“

Lorchen ist nicht der Feind. Er ist nur ein bisschen zu laut geworden. Und der große Körper wartet geduldig darauf, wieder gehört zu werden.

 

Hinweis: Dieser Artikel ordnet veröffentlichte Forschung und Fachquellen ein. Er ersetzt keine individuelle medizinische Diagnostik oder Therapieentscheidung.

Autorin: Janine Bertram M.Sc.,M.Sc
Zahnärztin | Gründerin von LOR
Biomimetische Mundbiologie, Regulation & Prävention